„Arbeiten mit BIM im Bau- und Ausbauhandwerk“

So der Titel der Veranstaltung der HWK Münster und dem Mittelstand 4.0 im Kompetenzzentrum Lingen.

Das Handwerk.Digital ist eines von vielen geförderten Projekten zur Digitalisierung in Deutschland. Die Handwerkskammer in Münster ist ebenfalls beteiligt und hat am 06.02.20 zu einem interessanten Vortragsabend geladen.

Dazu ist der Geschäftsführer des eBusiness Kompetenzzentrums für Planen und Bauen, Michael Heil, extra aus Kaiserslautern angereist. Das Kompetenzzentrum ist eines von 26 Mittelstand 4.0 Kompetenzzentren in ganz Deutschland. Diese werden allesamt durch ein Förderprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft finanziert. Ziel der Zentren ist insbesondere die Information und die Sensibilisierung für alle Themen rund um die Digitalisierung.

Herr Heil konnte schon viele Handwerksunternehmen auf ihrem Weg in die Digitalisierung unterstützen und hat diese Erfahrungen eindrucksvoll dargestellt. An verschiedenen Beispielen zur digitalen Zeiterfassung, agilem Aufgaben- und Projektmanagement, Baustellendokumentation, Tracking von Geräten, digitales Aufmaß, Dokumentenmanagement, Kommunikation/Meldewesen, Verbindung zu ERP-Systemen sowie den visionären Einsatz von VR und AR-Brillen in der Baubranche, hat er gezeigt, worauf ein Handwerksunternehmen bei der Einführung solcher Systeme achten sollte.

Der zweite Vortrag hat Frank Postel, Leiter der Akademie Bauhandwerk am HBZ Münster, gehalten. Anhand des Beispiels eines Wohnhauses hat er präsentiert, was genau ein BIM-Modell leisten kann und wieso es auch für die Handwerksunternehmen sinnvoll ist, sich an der Gestaltung solcher Modelle zu beteiligen. 

BIM (building information modelling) bedeutet 

  1. ein zentrales Festhalten aller Daten, die durch den Bau eines Gebäudes entstehen
  2. die Erzeugung eines 3D-Modells schon in der Planungsphase. 

Ein Ziel ist es, alle Gewerke, die im Verlaufe des Baus hinzukommen schon in der Planung miteinzubeziehen, entweder nur informativ oder auch zur Mitgestaltung.

Wenn Fehler frühzeitig schon in der Planung erkannt werden, verursachen sie wesentlich weniger Kosten und Aufwand, als wenn sie erst bei der Umsetzung zum Vorschein kommen. 

Den Umgang mit dem 3D-Modell kann man selbst trainieren, z.B. mit kostenfreien Programmen mit lfc-viewern.